Das Ruhrgebiet zählt für mich zu den „Hidden Champions”

Man sagt, der kürzeste Weg zu sich selbst, führt einmal um die Welt. Für Maximilian Ziegler ging es von Mülheim an der Ruhr aus zuerst beruflich nach England und Freiburg. Nach weiteren Stationen in Münster und Köln zog es den heute 35-Jährigen am Ende wieder in „sein“ Ruhrgebiet zurück. Seit 2016 arbeitet Maximilian als Wirtschaftsanwalt bei KÜMMERLEIN am Standort Essen. Für ihn ist die Metropole Ruhr ein Ort voller Möglichkeiten und Potenziale. Er schätzt den Freizeit- und Kulturwert und vor allem den Menschenschlag.

 

Maximilian, Du hast an der Warwick Business School in Großbritannien studiert. Danach ging es für das Studium der Rechtswissenschaften an die Universitäten Freiburg, Münster und Köln. Heute bist Du als Wirtschaftsanwalt bei KÜMMERLEIN am Standort Essen beschäftigt. Warum hast Du dich bei all den Möglichkeiten letztendlich für das Ruhrgebiet entschieden?

maximilian ziegler kuemmerlein

Um als Wirtschaftsanwalt spannende Mandate zu bearbeiten, muss man nicht unbedingt in Frankfurt, München oder Düsseldorf arbeiten. Bei KÜMMERLEIN beraten wir über unsere feste Verwurzelung im Ruhrgebiet hinaus Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet in allen Bereichen des Wirtschaftsrechts. Ich sehe Essen als „Hidden Champion“. Persönlich kommt bei mir hinzu, dass ich im Ruhrgebiet aufgewachsen bin und die Region und seine Menschen bereits vor meinem Berufseinstieg gut kannte. Ich wusste also, dass auch die Lebensqualität hier hoch ist.

 

Welche Vorzüge bietet das Ruhrgebiet jungen Fach- und Führungskräften?

Das Schöne an meiner Arbeit ist, interessante Unternehmen von unterschiedlicher Größe kennenzulernen. Ich berate sie in den Bereichen Gesellschaftsrecht und bei Fusionen und Übernahmen. Dabei stelle ich regelmäßig fest, wie dynamisch sich das Ruhrgebiet und die hier ansässigen Unternehmen entwickeln, was Nachwuchskräften vielseitige Möglichkeiten bietet. Jenseits der Arbeit gibt es eine dichte Kulturlandschaft und unendlich viele Freizeitmöglichkeiten im Grünen. Hinzu kommt, dass es viele schöne Wohngebiete gibt, die im Vergleich zu anderen Ballungsgebieten noch erschwinglich sind.

 

Du engagierst sich seit Ende 2019 im Jungen Initiativkreis Ruhr. Der Großteil Deiner bisherigen Zeit im Arbeitskreis ist von der Corona-Pandemie geprägt. Denkst Du, dass das Virus die Entwicklungen in der Region auf lange Sicht eher ausgebremst hat?

Ich glaube nicht, dass die Corona-Krise die Entwicklung der Region auf Dauer ausbremst. Im Gegenteil merke ich, dass Entscheidungsträger gerade in Zeiten des „Lockdowns“ die Weichen für die Zukunft ihrer Unternehmen stellen und Umstrukturierungen anstoßen, die wir rechtlich begleiten. Bedauerlicherweise treffen die Auswirkungen der Krise einige Branchen besonders hart. Dies ist aber nicht ruhrgebietsspezifisch.

 

Wo siehst Du noch ungenutzte Entwicklungspotenziale in der Region und welche Themen sind dir für die Zukunft besonders wichtig?

Der günstige Wohnraum und die vielen Universitäten machen das Ruhrgebiet attraktiv. Durch das wirtschaftlichen Umfelds und die guten Freizeitangebote sehe ich große Chancen für eine dynamische Entwicklung des Ruhrgebiets. Gleichzeitig sind die Arbeitslosenzahlen nach wie vor hoch. Die kommunalen Schulden sind schwindelerregend. Beides muss sich ändern. Auch bestehen in anderen Landesteilen viele Vorbehalte gegenüber der Region. Meiner Erfahrung nach kann man diese Vorurteile aber schnell ausräumen, wenn man Besuchern einmal die vermeintlich „andere“ Seite des Reviers zeigt. Ich fände es schön, wenn sich diese mitunter negative Wahrnehmung des Ruhrgebiets ändern würde – auch deshalb engagiere ich mich mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Jungen Initiativkreis Ruhr.

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